Soundgardens lang erwarteter Platz in der Rock & Roll Hall of Fame wurde in diesem Monat Wirklichkeit und schließt damit den Kreis für eine Band, die Seattles Grunge-Bewegung maßgeblich prägte und Rock-Szenen weit über die USA hinaus beeinflusste. Für viele deutsche Fans, die mit dem Sound verzerrter Gitarren und düsteren Melodien aufgewachsen sind, ist die Aufnahme eine Erinnerung daran, wie das Genre den Musikgeschmack dies- und jenseits des Atlantiks geprägt hat.
Die Zeremonie fand am 8. November im Peacock Theater in Los Angeles statt, wo Schauspieler Jim Carrey eine lebhafte, emotionale Laudatio hielt. Er erinnerte sich daran, wie er die Band 1996 als Host von Saturday Night Live kennengelernt und sie gedrängt hatte, in der Sendung aufzutreten.
Ihre Version von „Pretty Noose“ sei ihm bis heute im Kopf geblieben, sagte Carrey. Die Band habe ihm damals eine signierte Fender Telecaster geschenkt, eines seiner kostbarsten Erinnerungsstücke. Er würdigte die Seattle-Szene dafür, den Rock für ihn wiederbelebt zu haben, und hob Chris Cornells einzigartige Stimme und Vision hervor.
Seattle-Stimmen gewürdigt
Ein Video zu Ehren von Cornell gab den emotionalen Auftakt, gefolgt von Worten seiner ältesten Tochter Lily. Sie sprach darüber, welchen Sinn ihr Vater darin fand, mit Freund*innen Musik zu machen, und über die Verbindung, die er zu seinen Zuhörer*innen pflegte. Auch die Bandmitglieder Kim Thayil, Matt Cameron, Ben Shepherd und Gründungsbassist Hiro Yamamoto blickten auf ihre gemeinsame Geschichte zurück. Yamamoto erinnerte an die Internierung seiner Familie im Zweiten Weltkrieg, die seinen Weg geprägt habe und bis heute nachwirke, während Thayil Cornells Offenheit für neue Ideen würdigte.
Die Live-Auftritte des Abends verwiesen deutlich auf die Wurzeln in Seattle. Taylor Momsen und Mike McCready unterstützten die Band bei „Rusty Cage“, während Jerry Cantrell und Brandi Carlile „Black Hole Sun“ zum Besten gaben. Cornells jüngere Tochter Toni trat anschließend gemeinsam mit Nancy Wilson für eine intime Version von „Fell on Black Days“ auf und setzte damit einen leisen Schlusspunkt. Das Event wurde auf Disney+ gestreamt und unterstrich Soundgardens anhaltende Wirkung in der weltweiten Rockkultur.

